Bioshock: Infinite – Ein Spaziergang durch die Seele Columbias [52Games]

Bioshock: Infinite – Ein Spaziergang durch die Seele Columbias [52Games]

Bioshock: Infinite – Ein Spaziergang durch die Seele Columbias [52Games]

Besiuk Blog, Textbeitrag 22. Oktober 2016 Comments

Die Kollegen von Zockwork Orange haben mich mal wieder vor eine Herausforderung gestellt. Das dieswöchige Thema ist Jahrmarkt. Tja, Jahrmärkte in Videospielen gibt es zu genüge. Ob der Ausflug in die Vergangenheit in To The Moon, oder der Mindfuck am Ende von Monkey Island 2 – Jahrmärkte haben meistens eine besondere Rolle in den Videospielgeschichten. Der seltenere Fall ist – wie in dem Beispiel welches ich mir rausgesucht habe – dass ein Jahrmarkt zum Kennenlernen der Welt und der Mechanik benutzt wird. Die Rede ist natürlich von Bioshock: Infinite. Für die, die jetzt nicht wissen, was gemeint ist: Verschwinden, Kaufen, Spielen, Wiederkommen! Für alle anderen: Ihr wisst wovon ich rede!

Das Fest in Infinite ist einer der ersten Orte die wir in Columbia betreten. Kurz davor erfahren wir nur von unserem Auftrag, und dass die Stadt von einem leicht fanatisch ausgeprägten Priester namens Comstock geleitet wird. Wie das Spiel genau funktioniert, wird uns nicht gesagt. Ein Tutorial muss her! Normalerweise würde uns ein Shooter entweder in ein militärisches Training schicken, oder uns durch Einblendungen beim Aufheben einer Waffe erklären, wie wir mit ihr umzugehen haben. Bioshock: Inifnite macht das wiederum auf eine ganz andere und vor allem friedliche Weise. Friedlich ist hier natürlich ein Wort welches nur im Kontext richtig ist, aber dazu komme ich noch. Wer selbst schon mal auf einem Jahrmarkt war, weiß ganz genau wie es abläuft: Man wird von allen Seiten mit Attraktionen bombardiert. Jeder Stand lädt dazu ein, seinen Renner zu testen. Columbia zeigt uns mithilfe dieser, was auf uns in den nächsten Spielstunden zukommen wird.

 

bioshock_infinite_funfair2

Einmal Beherrschung zum Mitnehmen bitte!

 

Eins der wohl größten Markenzeichen Bioshocks sind die Kräfte. Wo wir noch im ersten Teil dazu aufgefordert wurden, uns an einem Plasmidfläschchen zu bedienen, haben wir in Infinite die Möglichkeit eine kostenlose Probe von „Beherrschung“ auszutesten. Diese Kraft ermöglicht uns, Maschinen zu unseren Gunsten zu beeinflussen. Sofort wird klar womit wir es zu tun haben und wie es funktioniert. Eine einfache Möglichkeit den Spieler stärker und schlauer zugleich zu machen. In direkter Nähe gibt es das nächste Testmuster – das Voxophon. Obwohl wir schon vor dem Jahrmarkt einem Voxophon über dem Weg liefen, wird uns mit einer einfachen Sequenz erklärt, was die Dinger eigentlich sind. In Sekundenschnelle nehmen wir ein Audiolog auf, beschweren uns dass wir dafür kein Geld ausgeben möchten und gehen zum nächsten versteckten Tutorial. Dieses ist die Ansammlung von Schießbuden, die über dem Festplatz verteilt sind. Wir dürfen ohne Gegenwehr auf Pappaufsteller schiessen, die die Rebellischen Vox Populi darstellen und werden sogar auch noch dazu motiviert besser zu werden und mehr Preise abzustauben. Hier kommt nämlich der Punkt, an dem wir das Wort Friedlich noch mal angehen müssen. Dass auf einem Jahrmarkt mit Luftgewehren geschossen wird, ist natürlich selbstverständlich. Wenn so eine Attraktion jedoch dazu benutzt wird um den Kindern beizubringen, dass man auf die bösen Feinde der Regierung schießt und die Anführer besondere Ziele sind, dann sehe ich da ein Problem. Ein Großes. Und genau da sind wir an dem Punkt wo der Jahrmarkt zu einer Darstellung wird, was in Columbia eigentlich vor sich geht.

 

Wenn in einer Schießbude erlaubt wird, auf Regierungsgegner zu schießen die auch noch aus einer Minderheit bestehen, dann ist der nächste Kackhaufen doch auch nicht mehr weit. Und siehe da: Die Klimax des Ganzen ist eine öffentliche Bloßstellung eines Liebespärchens gemischter Rasse. Nicht nur, dass dort gepöbelt und beleidigt wird … Der Preis der jährlichen Lotterie ist ein Baseballwurf auf die beiden erniedrigten Opfer der Gesellschaft. Wer hätte gedacht, das alles auf einem Jahrmarkt zu erleben, ha? Bioshock: Infinite erklärt uns mithilfe des eigentlich kleinen Events, nicht nur was es eigentlich von uns will, sondern verschafft uns einen Einblick in seine Welt. In eine Welt mit Problemen, die einem weniger aufmerksamen Spieler vielleicht erst später, oder gar überhaupt nicht aufgefallen wären. So viel kann man aus einem Volksfest rausholen! Oder natürlich auch irgendwelche Leichen verstecken, wie es in Hitman gemacht wird. Mäh.

Na dann lieber ein paar böse Vox Popoli abnallen!

Na dann lieber ein paar böse Vox Populi abknallen!


Schon von unseren Podcast gehört? Mehr dazu findest Du auf uninstall-wizards.de!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.