Aus dem Tagebuch eines paranoiden Überlebenden…

Aus dem Tagebuch eines paranoiden Überlebenden…

Besiuk Blog, Textbeitrag 2. April 2014 Comments

dayzOb Zombies, nukleare Nachkriegszeit oder Armageddon – unsere Medien sind voll mit postapokalyptischen Szenarien, die seit George Romero’s „Night of the Living Dead“ fest in unserer Gesellschaft verankert sind. Was es aber wirklich heißt zu töten oder getötet werden hat mir DayZ beigebracht. Heute plaudern wir mal aus dem Überlebenden-Tagebuch!

Der Ausbruch eines Zombievirus dürfte heutzutage innerhalb von Stunden eingedämmt werden, da wir durch die mediale Dauerbeschallung fast schon instinktiv handeln und uns schlicht und einfach nicht beißen ließen. Für alle anderen hatten die Centers for Disease Control and Prevention der US-Regierung einen Notfallplan erstellt. Wenn es jedoch tatsächlich dazu kommen würde, dass ich plötzlich Mutterseelenallein an einem Ort voller Untoter landen würde… ich gebe mir eine Woche. Vielleicht maximal zwei. Früher habe ich geglaubt, dass ich eigentlich sehr hohe Überlebenschancen bei so einen Ernstfall hätte, da die Zombies einzeln kaum eine Gefahr darstellen und wenn man sich von Städten fernhält wäre die Sache eigentlich gegessen. Jedoch nach ca. 800 Stunden DayZ habe ich erkannt das die Überlebenden die wahren Monster sind!

Jeder gesunde Mensch würde in dem Fall solch einer Apokalypse an drei Dinge denken:

1. Freunde und Familie zusammentrommeln:

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2. Nahrung und Unterkunft für die Gruppe finden:

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3. Waffen besorgen um die Gruppe zu verteidigen:

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Dabei ist der erste Schritt fast schon der größte Fehler. Wer mit einer Gruppe unterwegs ist, verbraucht mehr Nahrung. DayZ macht es dem Spieler gerade bei diesen Punkt sehr schwer. Die meisten Städte und Dörfer sind schon bei der Ankunft geplündert. Alles was gefunden wird, muss geteilt werden. Meist reicht das gefundene Essen nicht einmal für eine einzelne Person. Im schlimmsten Fall bricht sich ein Mitglied ein Bein oder wird krank. Das zwingt die Gruppe zum Stoppen. Dazu muss man bedenken, dass es da draußen auch noch andere Überlebende gibt. Diese sind manchmal freundlich oder neutral gesinnt, sie tauschen Güter oder gehen einem einfach aus dem Weg. Sobald sie jedoch bewaffnet sind, befindet man sich in einer Standoff-Situation. Wer schneller (und besser) schießt, überlebt. Erst schießen, dann Fragen stellen.

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Es klingt zwar sehr gestört, ist jedoch die einzige Möglichkeit sich zu schützen oder manchmal an Nahrung zu kommen. Wer kann garantieren, dass der Gegenüber seine Waffe nicht zücken wird, sobald ich mich umdrehe? Wer kann garantieren, dass der Gegenüber nicht zu einer feindlichen Gruppe gehört, die im nächsten Waldstück auf uns wartet, um uns all unser Hab und Gut abzunehmen? Oder lade ich diese Person doch in die Gruppe ein, um ihr in einem unaufmerksamen Augenblick Handschellen anzulegen und ihr einen Leinensack über dem Kopf ziehen um an ihr dann all meine verrotteten Kiwis zu verfüttern…

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