Der beste Shooter aller Zeiten? – Destiny Test/Review

Der beste Shooter aller Zeiten? – Destiny Test/Review

Masterweit Review, Textbeitrag 9. September 2014 Comments

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Es ist soweit. Der 9. September, Releasetermin des teuersten Spieles aller Zeiten. Hält das Spiel was die Promo verspricht? Gibt es große Änderungen zu Alpha und Beta? Und was hat sich seit diesen getan? All das erfährst du jetzt im Review zum meist erwarteten Spiel des Jahres 2014.

Die ersten Hinweise auf Destiny gab es bereits in Halo 3: ODST, welches ebenfalls von Bungie entwickelt wurde. „Destiny awaits“, hieß es auf den Plakaten. Und das bereits 2008, 4 Jahre vor der Ankündigung!

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Die Promo zu Destiny aus Halo 3: ODST.

Destiny hatte, wie es aussieht, eine etwas zu hohe Priorität bei Bungie – deren letzter Titel Halo: Reach war eine kleine Enttäuschung. Nach 6 Jahren in Entwicklung steht nun das 300 Millionen-Dollar-Spiel endlich in den Läden.

Aber genug von der Entwicklungsgeschichte, du willst ja schließlich wissen, wie das Spiel nun wirklich ist.

Nach der Alpha war Ich geflasht. Das passiert mir bei weitem nicht oft, bisher haben das nur GTA V, Super Mario World für das SNES und Fallout 3 geschafft. Und es war nur die Alpha!

Wenige Wochen nach dieser vielversprechenden Preview kam dann die Beta. Die Beta bot nicht wirklich mehr als die Alpha, sie war lediglich stabiler und gefüllter aufgrund der vielen Menschen die nun teilnehmen konnten (Alle Vorbesteller, bei der Alpha nur Journalisten und wenige Ausgewählte). Auch nach den zwei zusätzlichen Missionen in der Beta ließ mein Hype nicht nach. Die Veröffentlichung rückte näher, und es wurde bekannt, dass die Endversion nicht die erhoffte Bandbreite an Missionen gewährleisten würde. Sind die Zweifel an der Größe des Spiels berechtigt?

Die Antwort lautet: Nein! Destiny ist groß, breit; lang und gefüllt mit allerlei coolem Zeugs wie Sammlergegenständen, Verkaufsgegenständen, Waffen oder Rüstungen.                   Und sie funktionieren. So gut wie seit Jahren kein Rollenspiel, geschweige denn ein Shooter. Jeder Gegner macht Spaß, jeder Raid mit Verbündeten macht Laune und bringt den sozialen Aspekt des Spiels verdammt gut rüber.

Aber fangen wir doch vorne an. Das Spiel beginnt und wir werden in die Charaktererstellung geworfen. Wir können zwischen den drei üblichen Klassen wählen – dem Titan, dem Jäger, und dem Warlock. Alle drei haben die selben Fähigkeiten, jedoch prägen diese sich verschieden aus. So gibt es zum Beispiel für den Warlock andere Spezialwaffen, Rüstungen, Fähigkeiten etc. als für den Jäger. Auch der Talentbaum („Skilltree“) gestaltet sich bei jeder Klasse anders, steht aber unter gleichen Überpunkten: Granaten, Superfähigkeiten, aufladbare Gadgets (z.B. Wurfmesser) und weitere. Nach der Klassenwahl können wir zwischen 3 Rassen wählen, dem Menschen, dem Exo oder dem Erwachten. Dann kann man seinen Kampfhelm oder sein Gesicht anpassen und dann ist man auch schon nach sehr kurzer Zeit am Ende. Allerdings kann man später im Spiel noch seine Rüstung mit sogenannten „Shadern“ farblich individualisieren, und schafft sich so seinen ganz eigenen Stil, da man ebenfalls die Rüstungsteile selbst wählen kann. Diese Funktion schafft es allerdings nicht an den Anfang des Spiels, sondern wird nach und nach mit steigendem Level eingeführt.

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Destiny handelt vom Reisenden, einer riesigen weißen Kugel.

Intro. Wunderschön. 3 Menschen spazieren über den Mars und treffen auf den Reisenden. (Was das ist? Spielt es :D) All das sieht unglaublich toll aus, und man fragt sich ob man nicht doch versehentlich zur Blu-Ray gegriffen hat. Jedoch beantwortet sich diese Frage auch nach dem Intro nicht. Denn Destiny ist auch ohne Rendersequenzen wunderschön, die Texturen sind unfassbar detailliert, die Animationen sind sauber und flüssig wie aus einem Guss.

Wäre da nicht die Eintönigkeit. Destiny setzt auf ein System, in dem man ein Gebiet zunächst in einzelnen Missionen besucht, und später vollständig frei bereisen kann. Das Problem ist, dass innerhalb der teilweise riesigen Areale alles gleich aussieht. Dies fällt besonders im ersten Spielabschnitt in Alt-Russland auf, wenn man ohnehin bereits 3 Stunden durch die Eiswüste gelaufen ist und nun zum Erkunden zurückkehrt. Es gibt keinen Bereich, der sich sonderlich vom Rest abhebt oder ins Auge sticht, dennoch sind innerhalb der unzähligen Gebäude überraschend viele Räume mit Gegnern versteckt, in denen man ausgezeichnet looten kann.

Destiny sieht wunderschön aus.

Zur Story sage ich hier aus Spoilergründen mal noch nichts, eins kann ich allerdings vorab sagen: Es ist ein wenig klischeebeladen, aber im großen und ganzen ein rundes Ding, welches aber ziemlich schlecht erzählt ist. Im Missionenbildschirm wird kurz erklärt um was es geht, es folgt ein kleiner Audiolog und dann wirst du in die Mission geworfen. Packend ist das nicht, aber die Story lässt mich ohnehin in einem Zustand der Gleichgültigkeit, da Destiny nur im Koop zu Höchstform aufläuft. Da alle Karten immer mit anderen Spielern befüllt sind (Vorraussetzung PlayStation Plus oder Xbox Live Gold), muss man nie alleine kämpfen, sondern hat zumeist jemanden an seiner Seite.

Ebenso lassen sich alle Missionen mit Freunden starten, was besonders im parallelen Voicechat unfassbar viel Laune macht, besonders wenn gerade ein sogenannter „Strike“ ansteht. Das sind Missionen, die immer zum Ende eines Gebiets kommen und mit mehreren Bosskämpfen hintereinander aufwarten. In diesen Missionen ist es möglich, sehr viel Glimmer (Währung), Rüstungen und Waffen abzustauben. Ebenfalls möglich ist es, sogenannte Engramme zu finden, welche verschlüsselte Codes für Waffen oder Rüstungen sein können.

Entschlüsseln lassen kann man solche im „Turm“. Der Turm thront über der letzten noch verbliebenen Stadt der Erde und beherbergt die Hüter – die letzte Hoffnung der Menschen auf Rettung. In diesem Turm können wir neue Waffen und Panzerung für unseren Hüter kaufen, unsere Post lesen oder uns um andere Dinge kümmern. Der Turm steuert sich im Gegensatz zum Rest des Spiels aus der Third-Person-Ansicht, da auf dem Turm keine Kriegshandlungen durchgeführt werden.

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Zu guter Letzt nun noch zum Schmelztiegel. Das ist der Multiplayermodus von Destiny, und man merkt bereits in den ersten Minuten, dass Destiny von Bungie entwickelt wurde. Es ist Halo. Team Slayer, Big Team Battle und die weiteren genialen Modi und Karten von Halo 1-3 sind auch bei Destiny an Bord. Es mangelt leider Gottes etwas an Übersichtlichkeit, jedoch sind durch das Fehlen von Nahkampfwaffen und Panzerungsfähigkeiten Sachen wie Swordrunning oder Rushen a la Armor Lock nicht mehr möglich.

Ebenfalls Rarität in der Branche: Der Wechsel zur dritten Person. In manchen Kämpfen oder im Turm spielt man in der dritten Person, was ausgesprochen cool ist. Dieses Prinzip, welches bereits in Fallout 3 zum Einsatz kam, macht ziemlich Laune und verleiht dem Spieler noch ein bisschen mehr Freiheit. Ebenso kann man fast immer zu seinem fliegenden Sparrow wechseln, mit dem man über die riesigen Maps düsen kann.

Zu guter letzt noch zum Gameplay: Seit der Beta hat sich einiges verändert. Man sieht die Hände beim Sprinten und Gegner klappen längst nicht so schnell um wie noch in den Previews. Das Spiel an sich ist ebenfalls schwerer geworden, jedoch macht das gar nichts, da das Spiel auch so noch problemlos zu bewältigen ist.

Fazit:

Destiny sieht wunderschön aus, hört sich genial an, spielt sich genial aber repetitiv und bringt keine Shooter-Revolution. Es hat Ecken und Kanten, aber auch Stellen an denen man sich mehr hätte trauen können. Für das teuerste Spiel aller Zeiten hält es nicht ganz was es verspricht.


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