Ubisoft weiß, wie man melkt! – Masterweit vs. Assassin’s Creed

Ubisoft weiß, wie man melkt! – Masterweit vs. Assassin’s Creed

Masterweit Textbeitrag, vs. 9. Dezember 2014 Comments

HEADWie man vielleicht aus einigen meiner Nostalgien, sowie einigen meiner Artikel herausfiltern kann, bin ich ein großer Gegner der Markenausschlachtung und rege mich regelmäßig (und zugegeben nicht ganz ungern) darüber auf. Mit der Ankündigung von Assassin’s Creed: Victory habe ich das nächste Paradebeispiel für dieses Thema gefunden. Und jetzt gibt’s meine Meinung dazu.

Assassin’s Creed galt einmal als innovativste Spiel aller Zeiten. Nach Teil 1 und 2 war die Welt aus dem Häuschen und geiferte nach mehr geballter Stealth-Action-Geschichtsmischung. Aber Assassin’s Creed 3 war eine Enttäuschung auf ganzer Linie, vom Spinoff Revelations ganz zu schweigen.                                                                               Für Assassin’s Creed 4: Black Flag ließ man sich dann etwas neues einfallen – zusätzliche Titel, die alles noch viel unverständlicher machten. Wir haben jetzt:                                       Brotherhood, Revelations, Freedom Cry, Unity, Victory, Rogue, Bloodlines, Discovery, Pirates, Liberation, China und Altairs Chronicles.

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Assassin’s Creed 4 war die Hochburg der Innovationslosigkeit.

Wer soll das denn alles noch auseinander halten?
Keiner. Zum Glück muss man das ja auch nicht, denn Assassin’s Creed ist bei jedem Release gleich (abgesehen von den Handhelds). Bis auf minimale spielerische Verbesserungen, eine aufgehübschte Grafik und ein neues Setting gibt’s so gut wie nie etwas neues. Ubisoft hingegen macht in seinen Ankündigungen aus Mücken Elefanten. Ein harmloses Deckungssystem wird als „Rückkehr zu den Wurzeln der Serie“ angesehen, obwohl es bei ebendiesen Wurzeln auch kein Deckungssystem gab. Nervig-langweilige Schiffskämpfe aus Black Flag werden als Genrerevolution angesehen und sollen die Freiheit ankurbeln – ein gutes Spiel würde solche Elemente dann allerdings nur in besonderen Momenten nutzen, und sie nicht dem Spieler ins Gesicht werfen und sagen: „Hier ist ein Tutorial, mach mal!“.

So viel ich auch gegen AC sagen mag, einen Pluspunkt hat die Serie – die Spielwelten gehören jedes Jahr völlig zu Recht zu den nominierten aller möglichen Awards. Bis auf Black Flag und AC3 hatten alle Spiele bis jetzt eine unglaublich lebendige Spielwelt mit lauter Möglichkeiten – bei den beiden betreffenden war das Setting einfach mal komplett hanebüchen aus dem Zusammenhang gerissen.

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Die Story um Abstergo – ausgelutscht since 2009.

Und da kommt ein Verdacht mal wieder auf, den ich Ubisoft wirklich vorwerfen muss – sie wollen alle Settings abarbeiten, damit für jeden eins dabei ist. Und das ist gar nicht mal so abwegig, schließlich durften wir uns schon 4 Mal durch Italien, einmal durch Amerika, einmal durch die Karibik, einmal durch China, einmal über den Nordpol und einmal durch China metzeln – London folgt 2015.
Nachdem mal also merkte, dass Italien durch war sagte man sich: „Nehmen wir einfach alles und machen tausend Spiele draus. Hauptsache es sieht für Anhänger der Region gut aus!“

Und dann gibt es sogar noch Bücher über Assassin’s Creed, welche detailliert erklären warum die Story so ist, wie sie ist und welchen Einfluss das auf mich als Leser haben soll. Es gibt zwar zu Spieleserien Bücher (Und das ist auch nichts schlechtes), aber mehrere unnötige (Ich habe eins zu viel davon gelesen) sowie ein kommender Film, der nichts mit den Spielen zu tun haben wird – das ist wirklich zu viel des guten.

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Metal Gear Solid V: The Phantom Pain – Entwicklungszeit done right.

Aber lasst uns zur Marke Assassin’s Creed kommen – sie ist durch. Ich habe nichts gegen die Spiele die teilweise wirklich gut sind (AC2), aber ich habe etwas gegen die zwingend gepushte Marke dahinter. Die Story um Abstergo ist schon seit AC3 über ihrem Zenit, wird aber dennoch fortgesponnen um den Kern von Assassin’s Creed am Leben zu erhalten. Im Moment gibt Ubisoft zum Beispiel richtig Stoff – ein AC für Xbox360 und PS3 (Rogue) und eines für die Next-Gen (Unity). Das wird aller Voraussicht nach nächstes Jahr erneut passieren, da Victory nur für die Next-Gen kommt. Damit sind wir bei 4 Spielen der Marke. Aber es geht noch weiter – die Standalone Erweiterungen Freedom Cry (Januar 2014) und Assassin’s Creed China gibt’s auch noch. Das macht alles in allem plus iOS Game AC: Pirates 7 Spiele der Marke innerhalb von 2 Jahren. Und das ist verdammt viel im Vergleich mit den Konkurrenten auf dem Stealth-Sektor: Metal Gear Solid 5 wird seit 7 Jahren entwickelt, Mittelerde: Mordors Schatten hat 3 Jahre gebraucht und ein neues Splinter Cell ist seit dem letzten Ableger 2013 auch nicht in Sicht.

Es nervt mittlerweile nur noch, wie unzuverlässig auch Ubisoft geworden ist. Die QS hat es in Unity nicht über das Intro hinaus geschafft, es werden stets 3 Spiele der Reihe parallel entwickelt, die Storys werden immer platter, die Hauptprotagonisten werden immer uninteressanter und Plot Twists kommen nur noch aus der Requisitenkiste. Manchmal frage ich mich, wie man eine Serie feiern kann, die einfach nur noch am Spieler vorbei hin zur Brieftasche entwickelt wird – aber das bleibt wohl bis zur Einstellung ein Geheimnis….


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