Lagebericht: Japan-Tag 2015

Lagebericht: Japan-Tag 2015

Besiuk Lagebericht, Textbeitrag 30. Mai 2015 Comments

japantagbannerRegen, Regen und noch mehr Regen… Leider litt der Japan-Tag dieses Jahr sehr schwer unter den schlechten Wetterbedingungen. Trotzdem konnte ich einige Eindrücke sammeln. Wie ich die Veranstaltung an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade so erlebt habe, erfährt ihr hier!

Ich muss gestehen, dieses Mal war auch das erste Mal das ich dieses Fest besucht habe. Natürlich komplett uninformiert und auch nicht ausgeschlafen – eigentlich war die Ausgangssituation schon ein böses Vorzeichen. Aber was soll’s, keine Gnade!

Ich hatte aber schon im Vorfeld einige gespaltene Meinungen zum Japan-Tag gehört, darum wollte ich mir eine eigene Meinung bilden. Was ich erwartet habe? Ehrlich gesagt, weiß ich es selbst nicht. Ganz auf dem Papier ist der Japan-Tag eine Zusammenkunft der japanischen Kultur mit der deutschen. Das heißt: Eine Bühnenshow mit japanischer Musik, ein kleiner Imbiss mit japanischen Spezialitäten und sonstige Aktivitäten wie Schnupper-Sprachkurse, die hoffentlich zu einem kleinen Kulturschock führen sollten. Das alles war auch soweit gegeben, jedoch sehr minimalistisch – viel zu minimalistisch für meinen Geschmack. Bei mehreren 100-Tausend Besuchern war das Ganze leider nicht gut organisiert. Viel zu wenig Platz, viel zu viele Menschen.

Dazu noch das schreckliche Wetter! Ein Regenschauer nach dem anderen und keine Überdachung weit und breit zu sehen. Der einzige Rückzugsort war die am Ufer entlang angelegte biergartenähnliche Anlage, die aber überhaupt nicht zur Thematik passte und schon mittags voll mit betrunkenen Fußballfans unterwandert war. Schön ist anders!

Cosplays! Cosplays everywhere!

Cosplays! Cosplays everywhere!

Wie auch bei der Gamescom und RPC sind ein großer Teil der Besucher die Cosplayer. Da die japanische Kultur ohne Manga, Anime und Videospiele nicht dieselbe wäre, ist es auch selbstverständlich, dass die dazugehörigen Verkleidungen nicht fehlen dürfen. Diese haben entlang der Promenade eine endlos lange Kette aus sich umarmenden Menschen gebildet. Jeder durfte sich anstellen und stundenlang tausende Gleichsinnige umarmen – unabhängig vom Aussehen oder anderen Differenzen. Eigentlich eine schöne Idee, die jedoch gewaltig nach hinten losgehen könnte, da die Leute sich echt nahe kommen und es reicht, dass einer krank ist, um Viren an tausende weitere Menschen zu übertragen. Das regnerische Wetter war in dem Fall auch nicht unbedingt gesundheitsfördernd.

Was mir noch beim Beobachten der Leute aufgefallen ist, ist die Ideenlosigkeit einiger Cosplayer. Ich habe über 60 Pikachus gezählt, 20 Kiritos und endlos viele andere doppelt und dreifach vorkommende Charaktere. Natürlich kann man sich nicht mit 400 Tausend anderen Leuten absprechen, aber das war teilweise echt öde anzusehen. Dazu auch viele Klamotten direkt von der Stange, bzw die bei ebay/Amazon gekauft wurden. Aber hey, auch da kann ich es nachvollziehen. Nicht jeder hat das Geld und die Mittel, um sich selbst eine Verkleidung von Grund auf zu basteln. Meckern muss ich trotzdem noch ein Mal. Was zum Geier suchen als Bundeswehr-Soldaten vermummte Leute auf dem Japan-Tag? Oder die ganzen League of Legends Cosplays… Ihr seid Fans? Okay. Dann verkleidet euch, aber kommt damit gefälligst nicht auf eine Veranstaltung mit japanischer Thematik. Gamescom – OK. RPC – klar! Aber nicht Japan-Tag. Wären das zumindest von Japanern erdachte Franchises würde ich noch ein Auge zudrücken – wie bei einem Naked Snake Cosplayer, der mir über den Weg gelaufen ist.

Regenschirm > Schwert

Regenschirm > Schwert

Ja ich weiß, ich meckere so viel. Das Wetter hat mir echt die Laune verdorben. Sich durchnässt und übermüdet durch eine Masse an Menschen zu quetschen ist nicht spaßig. Nach einer Zeit war es mir echt zu doof und ich habe meine sieben Sachen gepackt. So schön auch die Idee ist, die ganze Veranstaltung ist nichts halbes und nichts ganzes. Viel zu wenig tatsächliche Eindrücke in die japanische Kultur an sich – und auf der anderen Seite viel zu viele Leute die überhaupt nicht wissen was sie da wollen. Zu denen zähle ich mich ja auch irgendwie…

Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn (oder eher falls) ich im nächsten Jahr dort noch mal aufkreuzen sollte, dann aber an einem festen Punkt mit Freunden verabredet und es wird einfach das hoffentlich bessere Wetter genossen. Ich schaue mir gerne die Cosplays an, da einige ja echt ein Augenschmaus sind, aber mehr scheint das Fest nicht zu bieten. Es ist im Endeffekt einfach nur ein Datum, welches Gleichsinnige sich im Kalender markieren und dann ihre gegenseitige Anwesenheit genießen.


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