Lost & Found – Voyeurismus für die Hosentasche [52Games]

Lost & Found – Voyeurismus für die Hosentasche [52Games]

Lost & Found – Voyeurismus für die Hosentasche [52Games]

Besiuk Blog, Textbeitrag 13. April 2017 Comments

Es ist mal wieder Zeit für die 52Games Rubrik von Zockwork Orange. Passend zu meinem kürzlich erschienenen Beitrag über Mobile Games, haben sich die lieben ZwO-Kollegen das Thema Spiele für die Hosentasche ausgesucht. Da ich aktuell ein neues Genre auf dem Smartphone für mich entdeckt habe, geht’s heute um Lost & Found.

Man stelle sich folgendes vor: Ermüdet von der Arbeit, findet man auf dem Nachhauseweg nichtsahnend ein Handy. Der ersten Gedanken sind „Jemand muss es verloren haben“ und (hoffentlich): „Ich sollte herausfinden Wem es gehört und sollte es zurückbringen“. Da wir heute alle mindestens den Sperrbildschirm zwischen uns und unseren privaten Daten haben, ist es nicht einfach an unseren Namen oder Adresse heranzukommen. Genau hier setzen die heutigen Spiele an.

Sara is Missing

SaraIsMissingUm genau zu sein möchte ich heute ganze drei Stück vorstellen, jedoch nur so geringfügig, dass jeder immer noch sein eigenes Erlebnis … erleben kann! Die erste Geschichte die ich durch Insert Moin entdeckt habe und mich aufs Genre aufmerksam gemacht hatte, ist SIM oder Sara is Missing. Hier finden wir das Handy von der Namensgebenden Sara. Sie wird offensichtlich vermisst und nachdem wir durch ihre Nachrichten und Bilder gewühlt haben, kommen wir dem Grund ihres Verschwindens auf die Spur. Dabei werden wir von ihrer persönlichen KI IRIS unterstützt. Diese kann man sich wie eine Siri in steroids vorstellen. Mehr will ich schon gar nicht verraten.

 

A Normal Lost Phone

ANormalLostPhoneIn unserem zweiten Testsubjekt A Normal Lost Phone finden wir uns in einer ähnlichen Prämisse wieder. Diesmal finden wir das Handy von Samuel, welches er an seinem 18ten Geburtstag anscheinend verlor. Auf dem Gerät finden wir viele besorge Nachrichten seiner liebsten, aber auch vermeintlich unwichtige Gespräche, die nach der Auflösung eine ganz neue Bedeutung bekommen. Anders als bei den anderen beiden Spielen, können wir auf ein Datingportal und auch auf ein Forum zugreifen, welche in der Geschichte eine besondere Rolle spielen und das Ganze noch intimer macht. Auch hier möchte ich nicht mehr verraten, da selbst erleben einfach besser ist.

 

Replica

ReplicaMein letzter Geheimtipp ist Replica. Ähnlich der anderen Spiele haben wir ein weiteres Mal ein fremdes Smartphone im die Finger bekommen, jedoch sind wir nicht „wir“ – also der Spieler – sondern ein Charakter namens Tom Ripley. Wir bekommen (nicht ganz freiwillig) von der Regierung ein Handy, welches wir nach Beweisen für terroristische Aktivitäten durchsuchen sollen. Hier gilt es Passwörter und Social Media Accounts zu knacken um alles über das Zielobjekt herauszufinden. Achtung: Nach dem Durchspielen und Erreichen bestimmter Enden, könnte man mit einem bitteren Beigeschmack aus der Geschichte rausgehen.

 

Das wären die drei Spielchen, die ich in den letzten Wochen entdeckt hatte. Natürlich stellt sich die Frage: Was macht sie so besonders? Dabei ist die Antwort so einfach. Wir Menschen haben den Drang nach dem Wissen über private Daten und Geheimnisse anderer Menschen. Das Tabu-wörtchen Voyeurismus trifft da in einer sehr abgeschwächten Form perfekt zu. Ein Voyeur ist Jemand, der durch das beobachten sexueller Handlungen anderer selbst erregt wird. Ein klassischer Spanner also. Bricht man diese Definition weiter runter, findet man sich sofort wieder. Wir durchsuchen ein fremdes Handy förmlich nach privaten Daten, seien es Bilder oder intime Nachrichten. Und es macht uns Spaß! Die betroffene Person weiß nichts von dem Ganzen und wird so gesehen begafft. Wenn man auch noch auf intime Bilder stößt, die Die- bzw. Derjenige seinem Partner geschickt hatte, schließt sich der Kreis. Er ist eine Perversion, auch wenn in sehr abgeschwächter Form. Diese ist in uns alles zu finden und genau darum klicken diese Spiele.

„Unsinn, den du da von dir gibst!“ – Wenn das die Reaktion auf das oben genannte ist, kann ich nur empfehlen die Spiele anzuspielen. Auch wenn man es nicht glaubt, jeder von uns wird diesen Drang verspüren, sich immer weiter und weiter in die private Welt des Handybesitzers rein zu graben. Wenn man eh weiß, dass dafür anfällig ist, dann gibt es kein Wenn und Aber. Sara is Missing, A Normal Lost Phone und Replica. Reinschauen! Sofort!

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