Lucius 2: The Prophecy – Review

Lucius 2: The Prophecy – Review

Masterweit Review, Textbeitrag 17. Februar 2015 Comments

HeaderLucius war ein geniales Spiel. Leider war es allerdings in Deutschland indiziert und daher kamen nicht viele in den Genuss des schrägen Humors des kleinen Sohnes des Teufels. Nun kam aber passenderweise am Freitag, dem 13. Teil 2 nicht in die Läden. Auf Steam ist das Ding allerdings seitdem zu haben. Und wie schlecht das ist, erzähle ich dir hier.

Lucius baute auf einer schrägen Story und einem ausgesprochen coolen Humor auf. Die Präsentation war für seine Zeit ebenfalls sehr gut, die Grafik steht heutigen Spielen in wenig nach. Lucius war lustig und hat durch seine übertriebene Gewaltdarstellung immer wieder für einen klitzekleinen „Ja nee is klar“-Effekt gesorgt. Lucius 1 war eine runde Sache und hat wirklich Laune gemacht.

All das macht Lucius 2: The Prophecy nicht. Ich weiß nicht, was Shiver Games da versucht hat aber es hat definitiv nicht geklappt. Lucius 2 versucht mit lustigen Bugs in der Physikengine für Lache zu sorgen, wie z.B. der Goat Simulator es macht. Allerdings möchte das zum Ur-Lucius irgendwie so gar nicht passen. Das alte Lucius war düster und lebte von seiner unpersönlichen Stimmung in der sich selbst der Sohn der Familie mit niemandem identifizieren kann. Lucius 2 hingegen ist bunt und eine repetitive Gagkanone.

„Hier schau mal, ein Typ der an eine elektrisierte Wasserleitung fasst – cool oder?“

„Oder hier – vergiftete Donuts! Super cool und voll kreativ!“

Lucius-2-The-Prophecy-06

Wenn Lucius 2 so wäre wie auf seinen Screenshots, wäre es genial.

So oder so ähnlich dürften sich wohl die Entwickler angehört haben als sie Ideen zum Spiel sammelten. Die im ersten Teil noch für jeden Charakter einzigartigen Tötungsmöglichkeiten werden in Teil 2 zu einem sich immer wiederholenden Festival von immer wiederkehrenden Morden. Mit fortschreitender Spieldauer ändert sich dies auch nicht, nach den ersten beiden Stunden sind alle Gags, Morde und vor allem Sprachsamples doppelt und dreifach aufgebraucht.

Lucius 2 hat nämlich eine außerordentlich dünne Hülle. Die Oberfläche sieht noch ordentlich aus, doch wenn man etwas tiefer eindringt wird einem bewusst wie unfertig dieses Spiel eigentlich ist. Charaktere haben maximal 2-3 Samples, Objekte lassen sich nicht richtig mitziehen, das Inventar ist bockschwer zu bedienen, die Auswahl an Tötungsmöglichkeiten ist zu klein, man kann Sachen nur mit Zangen zerbrechen, was dazu führt, dass man für das Durchschneiden dreier Kabel auch drei Zangen benötigt, welche natürlich in jedem Krankenhaus das etwas auf sich hält zuhauf herumliegen.

Neben den spielerischen Unzulänglichkeiten kommen noch weitere. Das Spiel ist eine technische Katastrophe. Selbst auf neueren Rechnern stürzt es mehrfach ab, grafisch ist es auch bei maximalen Einstellungen wesentlich schwächer als Teil 1. Dazu kommt das ausgesprochen unkomfortable HUD. Unten rechts wird man von einer stetig rotierenden Minikarte genervt, welche zudem noch die aktuellen Quests anzeigt. Das im ersten Teil noch relativ dezente Overlay ist nun über den ganzen Bildschirm verteilt und stört an allen Ecken und Enden.
Kurzum, Lucius 2: The Prophecy ist eine absolute Katastrophe. Was daran Schuld ist, ist ein Rätsel. Hat Shiver Games den Titel überhetzt fertig gestellt, nur um ihn wirklich pünktlich zu Freitag, dem 13. raushauen zu können? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass man Lucius 2 auf gar keinen Fall kaufen sollte, auch nicht für den relativ niedrigen Preis von 20€. Die Spielzeit entschädigt auch nicht dafür, mit ein wenig erkunden und mehreren Abstürzen ist man in maximal 10 Stunden durch.

Wertung: 45%

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