Pokémon Go – Ein Stück Kindheit und Harmonie

Pokémon Go – Ein Stück Kindheit und Harmonie

Pokémon Go – Ein Stück Kindheit und Harmonie

Besiuk Blog, Textbeitrag 13. Juli 2016 Comments

Ja, es gab schon ewig keine Beiträge auf doldrums.de, das ist auch uns bewusst. Einerseits ist es dem Zeitmangel zu verdanken, andererseits aber auch der persönlichen Lustlosigkeit sich der Welt mitzuteilen. Wer hätte gedacht, dass so eine kleine App wie Pokémon Go es schafft, gerade mich zum Schreiben zu bewegen? Ich auch nicht!

Wir kennen sie alle. 151 an der Zahl, eroberten 1999 die kleinen Monster unsere kindlichen Herzen. Egal ob man damals schon ein „Kenner“ war, oder ein kleines Mädchen auf einem Schaukelpferd… sobald man sie einmal gesehen hatte, war man dem Wahn verfallen. Pikachu und seine anderen Artgenossen ließen nicht los. Ob Anime, Video- oder Kartenspiel; sie waren überall. Jeder wollte sie haben. Vor allem ALLE komplettieren. Danach kamen 100 mehr und dann noch mal 135… und mehr… und mehr… Viele – mich eingeschlossen – haben nach der zweiten Generation nicht nur den Überblick, sondern auch die Lust verloren noch mehr Pokémon zu sammeln. Es waren zu viele. Aus den niedlichen Monstern wurden Alltagsgegenstände wie Schlüsselbunde, Zahnräder und andere noch viel unkreativere Designs.

91cb64ac-3d9f-4d1c-a4b2-aaadc7fc40efDass „abgesprungen“ nicht gleich „vergessen“ ist, haben wir in den letzten Tagen erfahren. Seit dem australischen Pokémon Go-Launch am 6.07.2016 ist der Wahnsinn ausgebrochen. Genau der Wahnsinn, den wir schon vor Jahren beobachten konnten. Jeder der eine Suchmaschine zu benutzen weiß, installierte sich Niantics App auf seinem Smartphone und rannte in die unendlichen Weiten des… eigenen Vorhofes. Anders wie bei den Hauptspielen der Reihe, begeben wir uns nicht auf die Reise durch von der realen Welt inspirierten Regionen der Pokémon-Welt, sondern durch eine Art Parallelwelt der unseren. Dabei heißt laufen tatsächlich mal laufen. Aber wem muss ich das denn erklären? Wir wissen alle worum es sich handelt!

Warum schreibe ich dann diesen Beitrag? Ich erzähle schließlich nichts Neues. „The hype is real“ wie man heutzutage so schön sagt. Warum ich auch zu den Leuten zähle? Es ist nicht die Nostalgie die mich packt. Es ist nicht der Spaß am Sammeln, denn den lebe ich in meiner Videospielsammlung aus. Auch wenn es kitschig klingt: Es ist das Lächeln, dass ich in den Gesichtern anderer Trainer sehe, wenn ich denen begegne.

Anfangs waren es vereinzelte Gestalten die durch die Straßen geschlendert sind. Fast schon schüchtern gingen die Spieler mit ihren Handys in der Hand, suchend nach seltenen und hoffentlich stärkeren Pokémon. Am nächsten Tag wurden es mehr. Fröhlich gingen kleine drei-bis-vier-Mann-Grüppchen durch die Straßen. Wanderten von PokeStop zu Pokestop. Den Tag darauf, sammelten sich größere Gruppen an den Arenen. Zielstrebig am leveln, damit sie den Punkt über Tage hinweg halten können. Man sah richtig, wie ehrgeizig sie an die Sache rangingen. Und jetzt?

Wir sind alle Trainer! Unterstützen uns gegenseitig und kämpfen um die wichtigsten Landmarks unserer Städte.

e7cbdcbd-89ee-4ea0-89ee-c9ec6857c5a7Vor Pokémon Go wurde ich hin und wieder mal von anderen „eingeweihten“ auf ein Gaming-Shirt angesprochen. In den letzten Tagen hingegen, fragen mich die Leute ständig, ob ich Go spiele, wenn ich irgendwo stehen bleibe und auf meinen Bildschirm schaue. Und das nicht nur andere Spieler. Auch einfach nur interessierte Passanten, oder Leute, die früher genau wie wir gespielt hatten und jetzt wieder zurück zum Sammelspaß finden. Die Menschen sind neugierig. Sie sprechen sich gegenseitig an, knüpfen Kontakte. Das alles passiert nicht vor dem Bildschirm zuhause, sondern draußen, in der Natur, oder sogar beim Einkaufen. Es sind nicht die „Nerds“, die plötzlich die Straßen stürmen, sondern Menschen wie ich und du. Denn beim Fangen sind wir alle gleich.

Pokémon Go ist genau das was die Gaminggesellschaft gebraucht hatte. Ein Medium, welches sowohl die Core- als auch die Casualgamer verbindet. Wo es keine Differenzen gibt. Wo keiner ausgeschlossen wird. Genau das macht mich glücklich. Sobald das Tauschen und das gegeneinander Kämpfen eingeführt wird, können wir uns auf eine Steigerung dessen freuen, was jetzt schon passiert.

Also locker an die Sache rangehen, die Powerbank aufladen und ab zum nächsten Hotspot der Pokémon Trainer. Wie zum Beispiel die Girardetbrücke in Düsseldorf. Dort finden sich täglich hunderte Spieler ein. Sie unterstützen sich mit Lockmodulen und knüpfen Kontakte. Sogar als stiller Beobachter ist es ein Traum, denn selten sieht man so viele Gleichgesinnte an einem Ort. Ohne Absprache und ohne jegliche Organisation. Völlige Harmonie.

PokemonKoe

Also ab in den Appstore, ladet euch das Ding und raus! Los!


Schon von unseren Podcast gehört? Mehr dazu findest Du auf uninstall-wizards.de!

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