Remakes und Remasters – Segen oder Fluch (Pt. III)

Remakes und Remasters – Segen oder Fluch (Pt. III)

Masterweit Segen oder Fluch?, Textbeitrag 13. Januar 2015 Comments


Dass man beim Start einer neuen Konsolengeneration mit bewährten Titeln Geld machen kann, sollte hinlänglich bekannt sein. Gerade da neue Exklusivtitel zum Launch oft fehlen, greift der geneigte Gamer natürlich zu Sachen die er kennt. Aber muss nun wirklich jedes erfolgreiche Spiel der letzten Konsolengeneration für die Current Gen neu aufgelegt werden? Segen, oder eher Fluch?


Den Anfang in dieser Debatte machte Square Enix‘ Tomb Raider. Anfang 2013 kam das Reboot der Serie auf den Markt, bekam tolle Kritiken und verkaufte sich dementsprechend gut. Im Laufe des Jahres wurde dann auch die PS4 und Xbox One Variante angekündigt, welche sehr positiv aufgenommen und heiß von denjenigen erwartet wurde, welche die Last Gen Version noch nachholen wollten. Soweit also keine Probleme.

Aber dann hagelte es Fluten von Remasters, Remakes und neuen Editionen – Metro 2033 und Last Light (auch für PC), Dead Nation, GTA 5, The Last of Us, Outlast,  und Halo 1 bis 4 sind nur einige Spiele die ein Facelift auf den neuen Konsolen bekamen. Angekündigt sind unter anderem noch Sleeping Dogs, Saints Row IV, Resident Evil 1 und 2 (auch für PC) sowie sehr alte Titel wie Day of the Tentacle und Grim Fandango.

Resident Evil

Am 20. Januar erscheint das Remake zu Resident Evil 1 bereits für Current-Gen und Steam!

Aber ist das auch gut? Es ist immerhin davon auszugehen, dass ein Großteil der Leute diese absoluten Verkaufsschlager bereits in der letzten Konsolengeneration gespielt hat, warum also noch mal einen neuen Release ansetzen?

Die Antwort ist simpel – Angst. Die Publisher wissen, dass Fans einer Reihe Titel auch doppelt kaufen, wenn sie denn irgendeine Veränderung bieten. Denn remasterte Fassungen sind ja nicht nur mit Full-HD Support ausgestattet, sie bringen auch wenige neue Inhalte mit, die Fans anziehen sollen. Lieber so, als ein neues Spiel auf den Markt zu bringen welches womöglich floppt. Es gibt allerdings auch Remakes, die den Spielern wirklich ein ordentliches Endprodukt mit Sinn vorsetzen.

aufmacher

Metro Redux zeigt, dass auch Qualität wenig kosten kann – dabei sind die Spiele noch gar nicht so alt.

Ein Beispiel wäre da The Last of Us Remastered. Das Spiel wurde von der Kritik sehr hoch gelobt, also war ein Next-Gen Release Pflicht für ehemalige Xbox 360 Besitzer, die zur neuen Generation auf die PS4 wechselten. Besonders viel kam also nicht dazu – ein leicht verringerter Preis von 45€, zudem erhält man den ersten DLC gratis dazu. Remastered done right. Auch GTA V nutzte die neuen Konsolen um das Spiel erheblich aufzustocken und neue Inhalte hinzuzufügen, die Metro: Redux Reihe überzeugt hingegen mit ihrem niedrigen Preis. Diese Publisher und Entwickler (Namentlich Sony und Naughty Dog (TLOU), 2K und Rockstar (GTA), Deep Silver, vormals THQ und 4A Games(Metro)) haben alles Richtig gemacht und man kann sich wirklich über diese Remakes freuen weil mit ihnen wirklich neue Inhalte hinzugebracht werden, und das meist zu einem niedrigeren Preis. Da lohnt der Griff zur Next-Gen Konsole!

Aber kommen wir zu den wirklich verkorksten Remakes. Square Enix und Crystal Dynamics brachten Anfang letzten Jahres Tomb Raider auf die neue Generation. Vollpreis, ein paar schönere und feinere Texturen hier und da, aber keine Verbesserung am Gameplay und keinerlei Vorteil für Next Gen Besitzer. Nicht einmal die doch recht kleinen Gebiete wurden erweitert. Einfach ein kurzer Wechsel der Engine, um das Spiel neu auf den Markt werfen zu können.

Halo-The-Chief-Collection-Fanmade

Halo: The Master Chief Collection – Wie man es nicht macht…

Die Halo Master Chief Collection hat jedoch den Vogel abgeschossen. Ein Vollpreistitel, der nur einige Texturen leicht überarbeitet, ansonsten jedoch nach der alten, matschigen Xbox 360 aussieht. Dazu kommt, dass nichts richtig funktioniert, die QS hat es nicht mal komplett durch den ersten Teil geschafft, bis zum Multiplayer schon gar nicht. Da Halo keine Story oder Multiplayer DLC’s bringt, sondern lediglich Map Packs, war es nicht mal möglich neue Inhalte ins Spiel zu integrieren. Angeblich. Selbst Bugs aus dem alten Halo 3 lassen sich noch in der Neuauflage finden, ganz schwach 343 Industries und Microsoft.

Was jetzt an Neuauflagen noch nachkommt, wird zeigen ob die Ära der Remasters bald zu Ende geht, oder ob sie so erfolgreich bleiben, wie sie derzeit sind. Ich persönlich habe wenig Vertrauen in diese Strategie, da ich neue Spiele, neue Innovationen und neue Franchises sehen will. Hoffentlich wird dieser Trend wieder modern und Unternehmen gehen wieder Risikos ein, um uns Spielern frisches, unverbrauchtes Material zu geben.

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