The Suffering – Aus dem Gedächtnisprotokoll eines Häftlings [52Games]

The Suffering – Aus dem Gedächtnisprotokoll eines Häftlings [52Games]

The Suffering – Aus dem Gedächtnisprotokoll eines Häftlings [52Games]

Besiuk Blog, Textbeitrag 20. November 2016 Comments

Eigentlich müsste ich ZwO dafür danken, dass mich die #52Games-Aktion immer wieder an die Tastatur holt, sonst kommt man einfach nicht dazu. Das dieswöchige Thema „Hinter Gittern“, hatte aber Erinnerungen geweckt, die ich am liebsten für immer vergessen würde. Aber nein, keine Angst! Ich war weder im Knast, noch sind mir irgendwelche Gefängnisszenarien passiert. Hier geht’s um The Suffering.

Willkommen in Carnate Island

Willkommen in Carnate Island

Bei meiner Recherche bin ich zuerst auf einen Film mit dem gleichnamigen Titel gestoßen, das ist aber auch nicht unser Thema. In dem Spiel von 2004 (Xbox, PS2, Windows) schlüpfen wir in die Rolle von Torque, einem frisch inhaftierten Häftling, der seine Familie getötet haben soll. Dort warten wir auf unsere Todesstrafe, während schon in der ersten Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle ausbricht. Überall im Gefängnis werden Wärter und Mithäftlinge umgebracht, da wir aber nur Schmerzensschreie und sonstige unappetitliche Geräusche hören, gibt es nichts zu sehen. Bis unser Nachbar in der Zelle gegenüber mit einem Schwert aufgespießt wird. Wir befreien uns, greifen nach der Waffe eines toten Wärters und versuchen zu entkommen … oder zumindest zu überleben.

Das eigenltiche Gameplay hierbei ist relativ unspektakulär. Wir rennen durchs Gefängnis und schießen unsere Feinde ab. Jedoch genau die sind es, die das Ganze besonders machen. Unsere Gegner sind nicht einfach irgendwelche Verbrecher oder Wachen die man in einer Korrektionsanstalt vermuten würde. Nein. Es sind perversierte Arten der Todesstrafe auf zwei (oder manchmal auch mehr) Beinen. Tod durch Enthauptung? Die Slayer repräsentieren diese mit ihren angenähten Köpfen. Erschießungskommando? Marksmen sind durchlöchert von Kugeln. Erhängen? Die Noosemen hängen immer noch an den Decken und versuchen alles zu töten was in ihre Nähe kommt. Jedes dieser Dinge will uns an die Wäsche. Es gibt aber noch eine Tötungsart, die mein Liebling und der schlimmste Albtraum zu gleich ist. Die Mainliner. Sie repräsentieren den Tod durch Giftspritze… indem sie mehrere armdicke Spritzen im Rücken stecken haben. Und im Kopf. Durch die Augen. Aua! Dazu flitzen sie mit unglaublicher Geschwindigkeit durchs Gefängnis und wollen uns auf die gleiche Art umbringen. Wenn dich also so ein Unding ansprintet, anspringt und versucht dir eine dicke, fette Spritze ins Gesicht zu rammen, nicht erschrecken. Das ist hier völlig normal.

Da macht uns jemand schöne Augen!

Da macht uns jemand schöne Augen!

Ich muss auch zugeben, damals als ich The Suffering gespielt hatte, habe ich abgebrochen. Ich mag Horror und mit Splatter komme ich klar. Doch die Stimmung die das Spiel vermittelt, ist ein Alptraum. Und das, obwohl ich mit 16 eigentlich in der „du spielst alles was dir in die Hände fällt“-Phase war. Jetzt – über 10 Jahre her – sehe ich das ganze mit anderen Augen. Es reiht sich für mich zusammen mit Titeln wie SpecOps: The Line ein, da es etwas besonderes tut. Auch wenn auf eine optisch sehr perverse Weise. Auf jeden Fall sehen wir hier ein Beispiel, wie man die „Schrecken“ der Todesstrafe darstellen kann. Ich kriege die Story nach den Jahren auch nicht mehr zusammen, aber die Message dahinter war eindeutig: „Todesstrafe ist scheiße“.

Wenn man aber auf politische Dinge in Spielen gar kein Bock hat, kann man The Suffering auch genießen. Allein schon wegen seines Art-Designs. Ich werde es wohl auch noch mal machen. Alleine schon, weil ich es hasse Spiele abzubrechen. Ja, ich schaue dich an The Walking Dead. Und jetzt hopp, besorgt euch das Ding und viel Spaß mit den Alpträumen, denn die werden definitiv danach kommen.

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