To the Moon – Review

To the Moon – Review

Mondlandung, japanische Kunst des Papierfaltens und das Beeinflussen von Erinnerungen. Was sich zu erst wie Anhaltspunkte für eine Verschwörungstheorie anhört, entpuppt sich als ein sehr wichtiger Teil des Plots von ‚To the Moon‘, eines Indietitels aus dem Hause ‚freebird games‘.

to_the_moon_coverDas 2011 erschienene Spiel traut sich eine komplett neue Richtung einzuschlagen und bezeichnet sich selbst nicht als ein konventionelles Videospiel, sondern vielmehr als eine interaktive Geschichte. Tatsächlich wird weder gekämpft noch geschossen. ‚To the Moon‘ fasst den Spieler an der Hand und führt ihn durch das Leben von Johnny Wyles. Dieser liegt im Sterben und möchte sich vor seinem Ableben noch einen letzten Wunsch erfüllen lassen – eine Reise zum Mond. Dabei werden die eigentlichen Hauptcharaktere eingeführt; die penible Dr. Eva Rosalene und der freche Dr. Neil Watts. Die beiden Arbeiten für eine Firma namens Sigmund Corp., welche dafür spezialisiert ist, sterbenden Patienten künstliche Erinnerungen einzupflanzen und genau mit dieser Technologie soll Johnny sein Wunsch erfüllt werden. Um dies tun zu können, müssen die Protagonisten den Grund seines Verlangens, tief in den Erinnerungen des alten Mannes finden. Sie erleben die tragische Geschichte um seine Ehefrau River, seine Kindheit und warum sein ganzes Leben von Origami-Hasen begleitet wurde. Dabei wird der Spieler mit Hilfe von Mementos – Schlüsselgegenständen aus Johnny’s Leben – von Zeitabschnitt zu Zeitabschnitt immer weiter in sein Bewusstsein geführt. Gelegentlich müssen kleine Logikrätsel gelöst werden, die jedoch weniger mit der eigentlichen Handlung zu tun haben und die Spielzeit um wenige Minuten strecken. Das Spiel wurde mit dem RPG Maker XP entwickelt, welcher normalerweise für klassische Rollenspiele, ähnlich denen aus der Super Nintendo Ära, benutzt wird. Daher darf man bei dem Titel keine Grafikbombe erwarten. Die Sprites sind dennoch qualitativ hochwertig und auch die handgemalten Hintergründe sind sehr schön anzusehen.

Die Origami-Hasen sind überall

Was ebenfalls herausstricht ist der wundervolle Soundtrack, bestehend aus 31 Stücken, der zum größten Teil auf dem Klavier eingespielt wurde und sogar Storyrelevant ist. Die Musik trägt sehr viel zu der melancholischen Atmosphäre bei, welche sich durch das ganze Spiel zieht, aber zwischendurch von den dümmlichen popkulturellen Sprüchen von Dr. Watts aufgelockert wird. In diesen Momenten werden öfters sogar Videospiele parodiert, was man in den ersten zehn Spielminuten erlebt. Die Handlung ist sehr schlüssig und größtenteils lückenlos, auch wenn anfangs viele Informationen verwirrend und teilweise sinnlos erscheinen. Sie hat auch einige Wendungen parat, welche völlig unerwartet und schockierend sind, daher verliert man zur keiner Zeit die Lust am Spielen. Ganz im Gegenteil, es bleibt durchgehend spannend. Leider ist das Erlebnis nicht sehr lang, da das Finale schon nach vier Stunden Spielzeit erreicht ist. Die Geschichte von Dr. Rosalene und Dr. Watts ist aber an diesen Punkt anscheinend noch nicht zu ende, da zum Schluss des Abspanns auf ein weiteres Kapitel angedeutet wird.

‚To the Moon‘ ist definitiv ein Stück Videospielgeschichte welches nicht nur alten RPG-Hasen, sondern auch Menschen die völlig unerfahren mit diesem Medium sind, Spaß bereiten wird. Es zeigt, dass in Spielen nicht nur gegen Horden von Soldaten oder Orks gekämpft werden muss, sondern auch wunderbare Geschichten die zum Denken anregen, erzählt werden können.


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