Veränderung des Medienkonsums Teil 3 – Walktroughs

Veränderung des Medienkonsums Teil 3 – Walktroughs

Besiuk Blog, Textbeitrag 10. Juli 2015 Comments

medienkonsumchangewalkthroughImmer wieder… Freitags? Besiuk hat zieht es jetzt komplett durch und drückt euch schon wieder seine Gedanken zu der Veränderung des Medienkonsums auf. Heute: Walkthroughs!

Es gibt ja lustige Zufälle, aber dass ich am selben Tag an dem ich angekündigt habe mich mit Walkthroughs auseinander zu setzen, fast an Splinter Cell 1 verzweifelt bin, ist mehr als passend. Hin und wieder passiert es. In Adventures hängt man an Rätseln die scheinbar unlösbar sind und in Actionspielen wiederrum ist die KI einfach zu unfair, dass man dringend nach Hilfe schreit.

Habe ich nie gekauft, liegt trotzdem bei mir herum

Splinter Cell war in meinem Fall eine Mischung aus beiden Gegebenheiten. Erst wurde ich in einem Weinkeller förmlich von NPCs zerschossen, unabhängig davon wie taktisch ich an sie herangegangen bin, ein Level später musste ich Gegnern auf sicherer Entfernung aber trotzdem nah genug folgen, um deren Hitzesignaturen auf Codefeldern kurz nachdem sie diese passiert haben, noch zu lesen und auszuwerten. Das erste Problem – die unglaublich zielsichere und skrupellose KI – habe ich mit einer mehrtägigen Pause und einer neuen Herangehensweise bewältigt. Auch wenn das ganze Spiel nicht für klare Konfrontation ausgelegt ist und ich zusätzlich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gespielt habe, war es machbar. Meine Geduld lässt sich zu meiner Überraschung weiter ausdehnen, als ich es je geglaubt hätte. Die zweite Hürde war jedoch zu viel. Wie bereits erwähnt, eine gewisse Distanz zu wahren, hinterher zu schleichen und dann auf die Schnelle überlegen, was in der Wärmesicht kalt und was warm ist, ist nicht ohne. Ein bis zwei Versuche lassen sich auch noch ertragen. Wenn ich jedoch an drei Türen vorbei muss und dabei auch noch einen Zeitlimit habe – das ist zu viel. Ich kam einfach nicht weiter. Was hilft da in diesem speziellen Fall? Genau! Ein Walkthrough (Übrigens, ich hasse dieses Wort).

Innerhalb von Sekunden waren die Türcodes gegoogled und ohne mit der Wimper zu zucken eingesetzt. Die ganze Spielpassage, die für deutlich über 30 Minuten ausgelegt war, wurde in drei erledigt. Gut für meine Nerven, schlecht für die Geduld. Nachdem man ein mal in die Lösung geschaut hat, ist der komplette Spielspaß flöten – ob man es will, oder nicht. Meistens fällt noch der Spruch: “Ach, ein mal kann ich da reinschauen” um das schlechte Gewissen zu beruhigen, aber am Ende belügt man sich schlussendlich selbst. Es ist wie GTA und Cheats. Ein mal mit dem Panzer fliegen – immer mit dem Panzer fliegen.

Bei Actionspielen, bei denen Rätselelemente Abwechslung bieten sollen, lass ich es aber gerade noch durchgehen, da diese nicht ein Hauptbestandteil der gesamten Erfahrung sind. Wenn es aber ein Game ist, welches ausschließlich davon lebt die Gehirnpower aufs Maximum zu erschöpfen, ist es eine ganz andere Geschichte. Meine jüngstes Erlebnis mit einem ‘Rätselspiel’ war zwar D4: Dark Dreams Don’t Die, jedoch wird man da als Spieler komplett an die Hand genommen, zumindest nachdem man herausgefunden hat was für eine Art Spiel man da eigentlich vor sich hat. Davor habe ich lange Zeit kein Adventure mehr angefasst. Eigentlich seit Monkey Island 4. Das hat es mir auch ein Bisschen verdorben. Zwischen durch kamen LA. Noire, diverse Sherlock Holmes-Ableger, Murdered: Soul Suspect und die Remakes von Monkey Island 1 und 2. All diese Spiele waren halbwegs angenehm zu zocken und haben einfach nicht angestrengt. Und dann kam mein persönlicher Nemesis: Deponia!

So einfach kann es gehen...

So einfach kann es gehen…

Deponia selbst ein makelloses Point & Click Adventure. Aber gerade für dieses Genre, habe ich über die Jahre alle meine Geduld verloren. Alleine schon das erste Rätsel hatte mich fertig gemacht. “Finde deine Socken um den Koffer zu Packen.” Ein Kinderspiel. Ein Kinderspiel, welches mich zwei Stunden Sucherei gekostet hat. Wäre es aber nur bei der verlorenen Zeit geblieben. Ich musste tatsächlich mit mir bangen, ob ich jetzt Onkel Google frage, wo die verdammte Socke liegt. Am Ende bin ich doch eingeknickt. Wie schon zuvor beschrieben: sobald man es einmal macht, bleibt es nicht bei einem Mal. Was bleibt dann noch von einem Point & Click Adventure übrig? Genau! Nichts. Obwohl ein gutes P&C auch ordentliche Dialoge bieten sollte, wegen denen spielt es kaum einer. Es ist die Herausforderung nach der wir trachten. Und alles wegen dem leichten Zugang zu Lösungen.

Früher hatte ich mich bei Globus in die Zeitschriftenabteilung hingestellt und schrieb mir Tipps für Spiele mit einem Kugelschreiber auf die Hand. Die Zeit und Geschick die man für solche Guerillaaktionen braucht, diese hätte man genauso gut in das Spiel selbst investieren können, und das ohne sich in die Gefahr zu begeben, dass eine Anzeige in den Briefkasten flattert. Heute wiederrum brauche ich keine fünf Minuten um mir Lösungen für eine schwierige Passage zu suchen. Ja noch nicht mal lesen muss man noch, denn alles was man braucht, ist auf Youtube zu finden.

Ist es eine negative Veränderung? Da bin ich mir ehrlich gesagt selbst nicht sicher. Games an denen ich wegen meiner Ungeduld scheitere, bekommen damit doch eine Chance zu Ende gespielt zu werden, andere werden dadurch quasi zu Büchern degradiert.

Ich kann mich einfach nicht entscheid wie ich es finden soll… Aber immerhin werden die Achievements dadurch deutlich leichter 🙂

 

Hier gehts zu Teil 1.1: Achievements

Hier gehts zu Teil 1.1: Achievements

 

 

 

 

 

Hier gehts zu Teil 1.2: Multiplayer/Coop

Hier gehts zu Teil 1.2: Multiplayer/Coop


Schon von unseren Podcast gehört? Mehr dazu findest Du auf uninstall-wizards.de!

    One thought on “Veränderung des Medienkonsums Teil 3 – Walktroughs

    1. DSee
      DSee

      Aber immerhin werden die Achievements dadurch deutlich leichter 🙂

      Du Achievementhure! Ist dir den jedes Mittel recht? Oder bezieht es sich nur auf spezielle Archievementwalktroughs?

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.