Vorbestellen war doof, doch dann kam die Legacy Edition …

Vorbestellen war doof, doch dann kam die Legacy Edition …

Vorbestellen war doof, doch dann kam die Legacy Edition …

Besiuk Allgemein, Blog, Textbeitrag 23. August 2017 Comments

Wie oft habe ich mich schon über eine Vorbestellung geärgert? Faith’s Gesicht in der Collectors Edition zu Mirror’s Edge: Catalyst sah aus wie das eines Mannes. Das beiliegende Master Schwert von The Legend of Zelda: Breath of the Wild wirkte so billig, es war nicht Mal die Hälfte des geforderten Preises wert. Halo 4 war auf voller Breite eine Enttäuschung, die ich hätte vermeiden können, wenn ich die ersten Reviews abgewartet hätte. Trotzdem fiel ich über die Jahre immer und immer wieder auf die selbe Masche ein:

Erhält ein Spiel einer meiner Lieblingsreihen einen Nachfolger – bin war an Bord. Gibt es die Möglichkeit eine besondere Edition des Titels zu kaufen – Schmeiß‘ ich die Geldbörse gen Bildschirm. Immer und immer wieder. Irgendwann entschied ich mich dann aber abzuwarten. Ich muss nicht alles zu Release spielen. Nicht bei dem Preis und nicht bei dem DayOne-Zustand. Bis auf kostengünstige Ausnahmen, hielt ich das sogar über ein Jahr aus. Und dann kündigte Nintendo gleich zwei neue Metroid Spiele an …

Über Metroid Prime 4 ist bisher bis auf die Plattform nichts bekannt. Kaufen werde ich es vermutlich zu Release. Dabei habe ich nur einen der drei Vorgänger gespielt. Viele dieser Ankündigungen zwingen mich praktisch dazu, die vorhergegangenen Teile nachzuholen. Es ist eine gute Sache, denn sonst hätte ich nie die Motivation gefunden. Auch wenn ich es mir fest vorgenommen hatte.
Metroid: Samus Returns ist aber ein ganz anderes Kaliber. Das Remake vom zweiten Titel der Metroid-Reihe ist nicht nur ein Update, welches das Ursprungspiel ganz nötig hat, sondern auch das lang ersehnte nächste 2D-Metroid auf das die Fangemeinde seit Jahren wartet. Und ich zähle mich da zu 100% dazu.
Es wäre für mich auch tatsächlich kein Thema, wenn ich es kurz nach Erscheinung kaufen würde, aber natürlich musste Nintendo eine „Legacy Edition“ ankündigen, die ich haben will. Wie ich feststellen musste, sind aber Dinge die ich haben will, leider nicht immer Dinge die andere kalt lassen, also bin ich wohl oder übel (zumindest in dem Fall) nicht der einzige, der gerne diese Collectors Edition haben möchte. Was ist drin? Schaut auf den folgenden Screenshot.

Metroid: Samus Returns - Legacy Edition

Ihr wollt sie doch auch haben, gibt’s doch zu!

Was bedeutet das für mich? – Genau, vorbestellen; denn wenn ich es nicht tue, ist sie weg. Wenn aber die Kacke am Dampfen ist, ist noch mehr Kacke natürlich nicht fern. Nintendo empfindet scheinbar, dass Europa einen besonderen Platz in seinem Herzen für Metroid freihält. Auf mich trifft das wohl zu. Was taten sie also? Sie kündigten die „Legacy Edition“ nur bei uns an.

Was Nintendo leider scheinbar überhaupt nicht in die Rechnung aufnahm, ist dass es da einen kleinen Kontinent im Westen gibt, der sich Amerika nennt und sich nicht mit ihrer „Limited Edition“ zufriedengibt. Diese erhält im Gegensatz zu uns nur eine Soundtrack-CD. Um den restlichen Kram zu bekommen, bestellen die Amerikaner parallel zu uns die „schöne“ Version. Nintendo ist natürlich auch ein Unternehmen, das Worte wie „Limited“ auch sehr streng sieht, daher ist diese auch selbstverständlich auf eine bestimmte Stückzahl begrenzt und schwer zu bekommen. Eigentlich ein Grund um die Finger davon zu lassen.

Wenn aber die Kacke am Dampfen ist, ist noch mehr Kacke natürlich nicht fern.

Ich mag aber Herausforderungen, daher habe ich mitgemacht. Beziehungsweise wollte ich das, aber selbstverständlich war ich late to the party und alles war ausverkauft. Ups. Zu meinen spielverderbischen (ist das ein Wort?) amerikanischen Mitbewerbern gesellen sich aber noch die Personen, wegen denen ich eigentlich diesen Beitrag schreibe: Die Reseller. Diese tollen Kumpanen haben in den letzten Jahren angefangen ihren Lebensunterhalt damit aufzubessern, teure und begehrte Hard- und Software in Massen zu kaufen, um diese später für bis zu vierfachen Preis wieder an die verzweifelten Fans zu verscherbeln.

Wenn DU – der Leser – dich gerade angesprochen fühlst, geh bitte auf YouTube, suche nach weinenden Kindern, schau sie dir an und guck was du jeden Tag anrichtest. Genau das. DU machst Menschen unglücklich!

Aber genug davon. Um zum eigentlichen Thema zurück zu kommen: Warum lasse ich mich darauf ein? Es ist ganz einfach. Hier geht es nicht darum erster zu sein, oder sich besonders Fühlen, weil man etwas besitzt, was andere nicht haben. Wir sind alle Sammler. Bei vielen Menschen ist der Trieb entweder sehr gering, oder gar fast komplett abgeschaltet, jedoch hat jeder von uns schon mal das Gefühl verspürt, etwas nicht weggeben zu wollen, weil man es einfach gernhat.

Bei mir sind es Spiele. Spiele mit denen ich viele Stunden meiner Kindheit verbracht habe. Ich verbinde damit einfach eine Menge. Nintendo schafft es dieses Mal wieder dieses Gefühl hervorzurufen, welches ich als Kind verspürt habe. Vorfreude, Auspacken und das Stundenlange Spielen. Ich kaufe gerne gebrauchtes Zeug für die Sammlung, jedoch bei Stücken wo nostalgische Gefühle dranhängen, möchte man diesen Augenblick perfekt erleben. Dazu gehört eben ein fabrikneues Exemplar.

Um dieses zu bekommen, muss man heutzutage eben kämpfen. Mit kämpfen meine ich natürlich nicht die Straßenprügelei (ich würd’s machen!) sondern den täglichen Suchen-Finden-Bestellen-Storno-Repeat-Kampf. Leider muss man sich genau darauf einstellen.

Ich bin aktuell einer der Glücklichen. Ich erwischte einen Zeitraum, indem mein Spiel auf Amazon für ganze zwei Minuten verfügbar war. Zusätzlich habe ich einen Schweitzer-Händler gefunden, der es im Angebot hatte. Und dann hat meine Freundin noch eins über eine finnische Bekannte in ihren Gamestop besorgt. Ich sollte alles haben was ich brauche. Allen anderen wünsche ich Glück. Glück hatten wir auch bei der Nintendo Classic SNES Mini. Wie auch bei Metroid, haben sich die Amerikaner auf die europäische Version der kleinen Konsole gestürzt. Warum? Weil unsere einfach hübscher ist. Wobei ich auch gern die amerikanische hätte. Am Ende ist es immer das Fremde was man begehrt.

Witziger weise, gerade in dem Augenblick indem ich diesen Beitrag schreibe, wurden einige Editionen von Ni No Kuni II angekündigt. Dieses Mal in einer anderen Situation. Die Amis haben ein Papercraftset – die Europäer eine Spieluhr. Was besser ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist jetzt das Fazit der Geschichte? Kinners, macht kein Geld mit den Gefühlen anderer und lasst die Leute das haben, was sie gerne hätten! So. Fertig.


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